Transparenz & Omnibus

Shownotes

Der Algorithmus sitzt jetzt mit am Counter

Vorab: Die Episode ist Edutainment und keine rechtliche Beratung!

Es gibt aktuell technologische Veränderungen, die zunächst spektakulär wirken und plötzlich schnell banaler Alltag werden und Künstliche Intelligenz gehört vermutlich in gehört diese Kategorie.

Noch vor wenigen Jahren beeindruckte uns ein Computer, der einen halbwegs brauchbaren Text formulieren konnte. Heute schreiben KI-Systeme Social-Media-Posts, übersetzen Angebotsbeschreibungen, optimieren Bilder, beantworten Kundenfragen und schlagen Reisen vor.

Im Reisebüro ist KI deshalb längst weniger Zukunft als Arbeitsmittel und deshalb wird die juristische Betrachtung interessant und ist Anlass für diese Episode des Podcast der Touristik.

Bildbeschreibung

Mit den Transparenzpflichten des europäischen AI Acts, dem deutschen KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungs-Gesetz und den Veränderungen durch den Digital Omnibus entsteht nun ein rechtlicher Rahmen, der Unternehmen zu einer bewussteren Auseinandersetzung mit ihrem KI-Einsatz zwingt.

Doch was bedeutet das praktisch?

In dieser Ausgabe von **Travelholics – Der Podcast der Touristik treffe ich auf Rechtsanwalt Mathias Zimmer-Goertz von ADVANT Beiten.

Statt die Regulierung abstrakt zu diskutieren, beginnt das Gespräch dort, wo die meisten technologischen Veränderungen tatsächlich ankommen: im Alltag.

Bei dem Reisebüro, das Menschen aus einem Poolfoto retuschiert.

Bei der Mitarbeiterin, deren KI-Avatar plötzlich vierzehn Sprachen spricht.

Beim Chatbot, der einem Kunden erklärt, sein Gepäck sei selbstverständlich inklusive.

Beim Veranstalterbild, dessen KI-Kennzeichnung irgendwo zwischen Content-Datenbank und Reisebürowebsite verloren geht.

Oder bei jener fast philosophischen Frage, ob eine Baustelle neben einem Hotel noch existiert, wenn künstliche Intelligenz sie aus allen Marketingbildern entfernt hat. Doch die Transparenzpflicht bildet dabei nur den Ausgangspunkt.

Eine Kennzeichnung kann sichtbar machen, dass ein Bild künstlich erzeugt oder verändert wurde. Sie beantwortet jedoch nicht automatisch, ob dieses Bild ein reales Reiseprodukt korrekt darstellt.

Ein KI-Assistent kann transparent erklären, dass er eine Maschine ist. Trotzdem bleibt die Frage, wer Verantwortung übernimmt, wenn seine Antwort falsch ist.

Und ein Unternehmen kann offenlegen, dass ein Text mithilfe künstlicher Intelligenz entstanden ist. Trotzdem müssen Aussagen wahr, Werbung zulässig und personenbezogene Daten rechtmäßig verarbeitet werden.

Damit führt die Diskussion weit über den AI Act hinaus und berührt ein grundlegendes Thema der digitalen Transformation des Reisevertriebs: Verantwortung in automatisierten Informationsprozessen.

Je stärker Systeme Inhalte generieren, Daten interpretieren und mit Kunden kommunizieren, desto wichtiger wird nicht nur die Leistungsfähigkeit der Technologie, sondern die Integrität des gesamten Prozesses.

Wer hat welche Information erzeugt?

Wo wurde sie verändert?

Wer hat sie geprüft?

Und wer steht dafür ein?

Die Zukunft des Reisevertriebs entscheidet sich nicht daran, ob Unternehmen künstliche Intelligenz nutzen werden. Denn das tun sie ja längst. Ja, Sie auch!

Viel Freude beim #schlauhören!

Roman Borch Podcaster & Producer travelholics.media

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