Worauf freust du dich heute?

Shownotes

Teams stärken heißt Menschen sehen

Es gibt Begriffe, die im Laufe der Jahre leicht einen Beigeschmack des Routinierten bekommen. Resilienz gehört dazu. Zu oft erscheint sie als wohlmeinende Vokabel für Menschen, denen man im Grunde sagen möchte, sie mögen doch bitte mit dem Druck besser zurechtkommen. Gerade deshalb fand ich das Gespräch mit Johannes Ganser so interessant. Hier sprach niemand über Widerstandskraft als dekoratives Führungsaccessoire. Hier sprach jemand über eine Praxis des inneren und äußeren Arbeitens an einer Haltung, die gerade in unruhigen Zeiten entscheidend werden kann.

Bildbeschreibung

Vom Luftverkehr über Air Berlin zur HanseMerkur, von Kundenbindung und Partnerschaften hin zu umfassender Verantwortung für Vertrieb, Kooperationen und Personal. In dieser Laufbahn verdichtet sich viel von dem, was moderne Führung heute leisten muss. Sie operiert nicht mehr nur an Produkten und Märkten, sondern immer auch an Belastungsgrenzen, an Kommunikationskulturen und an der Frage, wie Menschen durch verdichtete Wirklichkeit navigieren. Johannes Ganser beschreibt sehr offen, dass auch er selbst an Grenzen gekommen ist. Vielleicht beginnt Glaubwürdigkeit in diesem Thema genau dort. Nicht in der Behauptung unerschütterlicher Stärke, sondern in der Einsicht, dass Haltung gepflegt werden muss.

Gut, dass sich das Gespräch nicht in abstrakten Thesen verlor. Es ging um sehr konkrete Dinge, wie zum Beispiel um das PERMA Modell oder die Frage, worauf man sich morgens freut. Um den bewussten Blick auf positive Anteile eines Tages. Um Teamoffsites, gemeinsame Pausen, kleine Feiern, Fokuszeiten und die Notwendigkeit, nicht jede Minute der Belastung kampflos dem Kalender zu überlassen. Man könnte diese Punkte leicht unterschätzen. Tatsächlich aber berühren sie den Kern jeder Unternehmenskultur. Denn dort, wo Menschen das Gefühl haben, wahrgenommen zu werden, wo Erfolge nicht sofort in der nächsten To do Liste verschwinden und wo Führung nicht nur Aufgaben verteilt, sondern Orientierung gibt, entsteht ein anderer Ton.

Für die Touristik ist das in besonderer Weise interessant. Diese Branche lebt von Sehnsucht, Bewegung und der Möglichkeit, Erholung zu vermitteln. Gerade deshalb wirkt es fast zwingend, dass ihre innere Kultur nicht in permanenter Erschöpfung erstarrt. Wenn Reisen für andere ein Weg sein soll, den Kopf frei zu bekommen, dann muss sich die Branche auch selbst fragen, wie viel Raum sie ihren eigenen Menschen für Stabilität, Sinn und Zuversicht lässt.

Resilienz erscheint hier nicht als individuelles Durchhalteprogramm, sondern als soziale Praxis der Aufmerksamkeit. Sie beginnt im Kleinen, im Ton, in der Geste, in der Frage, ob man noch gemeinsam lachen, sich freuen und innehalten kann. In Zeiten gefühlter Multikrisen ist das keineswegs banal. Es ist strategisch.

Viel Freude beim #schlauhören!

Roman Borch Podcaster & Producer travelholics.media

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